Mentale Gesundheit basiert auf wissenschaftlichen Erkenntnissen – und die dazugehörigen Daten sind ausgesprochen interessant. Es ist allgemein bekannt, dass mentale Gesundheit entscheidend für eine produktive und gesunde Unternehmenskultur ist.
Doch durch Statistiken zur mentalen Gesundheit lässt sich konkret zeigen, wie zentral dieses Thema für das Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit von Mitarbeitenden ist.
Diese Statistiken liefern uns wertvolle Kennzahlen, die für HR-Verantwortliche von großer Bedeutung sind. Genauso wie Firmen ihre Ziele regelmäßig überprüfen, können wir durch das Verständnis des Mitarbeiterwohlbefindens ein tieferes Verständnis für Themen wie Burnout, Stress und Fluktuation gewinnen.
Statistiken zu Stress am Arbeitsplatz und Burnout
Stress und Erschöpfung sind in der Arbeitswelt weit verbreitet: Laut einer repräsentativen forsa-Umfrage im Auftrag der KKH (2025) fühlen sich 97 % der Berufstätigen zumindest gelegentlich hohen Anspannungen und Belastungen ausgesetzt.
Gut die Hälfte der Befragten (55 %) gibt an, sich bei Stress erschöpft oder ausgebrannt zu fühlen, und jede zweite Erwerbsperson sagt, der Stress habe in den vergangenen ein bis zwei Jahren zugenommen.
Für 45 % der deutschen Berufstätigen hat Arbeitsstress einen direkten Einfluss auf ihre mentale Gesundheit – bei mehr als einem Drittel hat er bereits zu Schlafproblemen (37 %) oder körperlichen Symptomen wie Kopfschmerzen (33 %).
Parallel dazu belegen auch andere Krankenkassen und Studien den Aufwärtstrend: Laut DAK verdrängten psychische Erkrankungen Muskel-Skelett-Probleme 2024 auf Platz 3 der häufigsten Ausfalltage. Und mehr als ein Viertel aller Voll- und Teilzeitangestellten (26 %) war 2024 mindestens einmal wegen mentaler Probleme krankgeschrieben – gegenüber 21 % im Vorjahr.
Laut KKH-Auswertung entfielen 2024 auf Burnout-Diagnosen 107,3 Fehltage je 1.000 versicherte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer – ein Anstieg von 33 % im Vergleich zu 2019 (80,7 Tage).
Die Kosten von Stress und Burnout: Mitarbeitende, die sich über längere Zeit überfordert fühlen und keine Unterstützung erhalten, kündigen sehr häufig. Der Ersatz einer qualifizierten Fachkraft schlägt je nach Funktion und Hierarchieebene mit 40 bis 200 % des Jahresgehalts zu Buche.

Statistiken zu krankheitsbedingten Fehltagen
Mentale Gesundheit ist genauso wichtig wie körperliche Gesundheit. Während körperliche Beschwerden meist ohne Zögern angesprochen werden, herrscht bei Themen wie Depressionen, Angststörungen oder Burnout häufig noch Schweigen. Für Betroffene bedeutet das, dass sie deutlich später oder gar nicht professionelle Hilfe suchen – was Krankheitsverläufe verlängert und das Rückfallrisiko erhöht.
Krankheitstage durch psychische Erkrankungen – ein Überblick
- AOK-Fehlzeitenreport ist die Zahl der Arbeitsunfähigkeitstage aufgrund psychischer Belastungen in den letzten zehn Jahren um 47 % gestiegen.
- 7 % der DAK-versicherten Beschäftigten hatten 2024 mindestens eine Krankschreibung wegen einer psychischen Erkrankung.
- Psychische Erkrankungen verursachten 2024 insgesamt 342 AU-Tage je 100 Versicherte und lagen damit auf Platz 3 der häufigsten Ausfalltage – hinter Atemwegs- (382) und Muskel-Skelett-Erkrankungen (350).
- Die Zahl der Fehltage ist 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 6,9 % gestiegen
- Beim Burnout stiegen die Fehltage laut KKH in fünf Jahren um 33 %: von 80,7 (2019) auf 107,3 Fehltage je 1.000 Versicherte (2024).
- 26 % der Voll- und Teilzeitangestellten waren laut AXA im vergangenen Jahr mindestens einmal wegen mentaler Probleme krankgeschrieben – gegenüber 21 % im Vorjahr.
Die Kosten krankheitsbedingter Fehltage
Die wirtschaftliche Dimension ist dabei kaum zu überschätzen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass Depressionen und Angststörungen weltweit jährlich rund 12 Milliarden Arbeitstage kosten – der daraus resultierende Produktivitätsverlust wird auf etwa eine Billion US-Dollar beziffert.

Statistiken zur Mitarbeitermotivation
Und selbst wenn Mitarbeitende sich nicht krankmelden und zur Arbeit kommen, können psychische Belastungen ihre Leistung beeinträchtigen. Dieses Phänomen wird als „Präsentismus“ bezeichnet und tritt auf, wenn jemand trotz psychischer oder körperlicher Beschwerden arbeitet. Präsentismus ist ein erheblicher Kostenfaktor für Unternehmen – allein im Vereinigten Königreich (UK) verursachte er in einem Jahr geschätzte Kosten von 24 bis 28 Milliarden Pfund.
Unzufriedene Mitarbeitende erwirtschaften 28% weniger Umsatz. Infolge führen sie in Unternehmen langfristig zu einem Rückgang der Aktienkurse um 65% und der Produktivität um 18%.
Im Gegensatz dazu sind Mitarbeitende mit guter mentaler Gesundheit engagierter und leistungsfähiger. 63 % sind besonders produktiv bei der Arbeit und 80 % fühlen sich energiegeladen.
Statistiken zu Fluktuation und Mitarbeiterbindung
- Laut einer im European Economic Letters-Magazin veröffentlichten Studie ist die Wahrscheinlichkeit, dass ausgebrannte Mitarbeitende das Unternehmen innerhalb eines Jahres verlassen, doppelt so hoch wie bei nicht betroffenen Kolleginnen und Kollegen.
- Jede zweite vollzeitbeschäftigte Person hat ihren Job bereits aufgrund ihrer psychischen Gesundheit aufgegeben. Bei der Generation Z liegt dieser Anteil bei 81 %, bei den Millennials bei 68 %.
- Unternehmen, die gezielt in mentale Gesundheitsangebote investieren, können ihre Fluktuationsrate um bis zu 60 % reduzieren. Für 85 % der Bewerberinnen und Bewerber sind solche Angebote zudem ein wichtiges Kriterium bei der Arbeitgeberwahl.
- Laut Gallup Engagement Index 2024 haben nur noch 9 % der deutschen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer eine hohe emotionale Bindung an ihren Arbeitgeber – ein historisches Tief. 78 % machen nur noch Dienst nach Vorschrift, 13 % haben bereits innerlich gekündigt.
- Die daraus entstehenden Produktivitätsverluste beziffert Gallup auf 113 bis 135 Milliarden Euro pro Jahr in Deutschland.
- Unglückliche Mitarbeitende denken fast dreimal so häufig ans Kündigen wie glückliche (79 % vs. 29 %).

Statistiken zu Führung und mentaler Gesundheit
Führungskräfte spielen eine entscheidende Rolle für das Wohlbefinden ihres Teams:
- 69 % der Beschäftigten sehen ihre Führungskraft als größten Einflussfaktor auf ihre mentale Gesundheit – noch vor Ärzten und Therapeuten. Automation Next (UKG Workforce Institute, international)
- 78,5 % der deutschen Führungskräfte im Mittelstand erkennen einen starken Zusammenhang zwischen mentaler Gesundheit und Mitarbeitermotivation – doch nur ein Drittel der Unternehmen hat bereits konkrete Maßnahmen umgesetzt.
- 70 % der Mitarbeitenden wünschen sich, dass ihre Führungskraft mehr für ihre mentale Gesundheit tut.
- Führungskräfte, die empathisch führen und die mentale Gesundheit ihres Teams aktiv unterstützen, erzielen messbare Ergebnisse: 61 % ihrer Mitarbeitenden gelten als besonders innovativ, 76 % sind regelmäßig engagiert bei der Arbeit.

Statistiken zu Unternehmenskultur
Führungskräfte und Mitarbeitende sind sich einig: Eine gute Unternehmenskultur ist entscheidend für den Unternehmenserfolg. Der Blick in aktuelle Daten zeigt jedoch erheblichen Handlungsbedarf.
- Unternehmen mit einer starken Unternehmenskultur erzielen viermal höhere Umsätze.
- Bei einer schlechten Unternehmenskultur ist die Fluktuationsrate hingegen um 48,8 % höher.
- 72 % der Angestellten wären bereit, einen Teil ihres Gehalts für mehr Arbeitsglück einzutauschen – das zeigt, welchen Stellenwert Kultur und Sinn im Job haben.
Statistiken zur Unterstützung der mentalen Gesundheit am Arbeitsplatz
Die bisherigen Zahlen zeigen bereits deutlich, wie wichtig Unterstützung für die mentale Gesundheit am Arbeitsplatz ist. Ein Mental Health Benefit bringt einen fast fünffachen ROI – und die Wirkung lässt sich konkret messen.
Was ein solcher Benefit in der Praxis bewirkt, zeigen die Nutzungsdaten der nilo-Plattform:
Verbesserung des Wohlbefindens
Bei Nutzenden mit moderaten Belastungen berichten nach der Nutzung von nilo rund die Hälfte eine Verbesserung ihrer Stimmung (50,4 %), ihrer Energie (50,5 %), ihres Schlafs (49,8 %) und ihrer Motivation (44,3 %). Bei Nutzenden mit schweren Symptomen sind die Effekte noch ausgeprägter: 67,4 % erleben eine bessere Stimmung, 60,9 % mehr Energie, 53,3 % besseren Schlaf und 51,5 % mehr Motivation.
Zusammenfassend wirkt sich nilo positiv auf das Wohlbefinden der Nutzer:innen aus:
- 96 % der Nutzenden berichten, dass sich ihre mentale Gesundheit durch nilo deutlich verbessert hat.
- 82 % der Nutzenden mit schweren Symptomen erleben eine Verbesserung ihrer Symptome durch nilo.
- 71 % der Nutzenden, die unter Stress leiden, fühlen sich durch nilo besser. nilo wird zehnmal häufiger genutzt als herkömmliche EAPs (Employee Assistance Program).
Wirkung auf Produktivität
Bereits die Nutzung von Inhalten auf der Plattform steigert die Wahrscheinlichkeit verbesserter Produktivität um 15,3 % im Vergleich zu Nicht-Nutzenden. Wer zusätzlich 1:1-Sitzungen in Anspruch nimmt, erreicht eine Verbesserungsrate von 47,2 % – und wer beides kombiniert, sogar 50,3 %.